Ich (Silke) bin schon als Kind gern gelaufen – vielleicht kein Wunder, wenn der Vater Sportlehrer und selbst begeisterter Läufer ist. Ich weiß noch, dass er mir bei unseren Trainingsläufen immer zwei Minuten Vorsprung gegeben hat, und mich dann irgendwo am Berg eingeholt hat. Mal war das früher, mal später, und wir hatten beide viel Spaß bei den Läufen.AnLaufenfürdieSeelehabeichdamalsnatürlichnichtgedacht.Sondernhabeeseinfachgenossen.
Laufen macht den Kopf frei
Damals war das Laufen für mich vor allem das: Spaß. Den habe ich natürlich heute noch (sonst würde ich nicht laufen). Aber es ist weitaus mehr: ein Ausgleich und eine Möglichkeit, den Kopf freizubekommen. Oft genug schon ist Arbeits-Ärger nach wenigen Metern einfach verpufft. Manchmal hat mir die Bewegung geholfen, Lösungen für Probleme oder Herausforderungen zu finden – und das, ohne dass ich bewusst darüber nachgedacht habe.
Du schaffst mehr, als du vielleicht glaubst
Bei Carsten ist das ähnlich. Auch er findet im Laufen etwas, was nicht nur seinem Körper, sondern auch seiner Seele gut tut. Es ist ein Durchpusten aller Zellen, gibt neues Selbstvertrauen, und wenn man am Ball bleibt und nach und nach schneller, vor allem aber länger laufen kann, dann ist es ein Beweis für Durchhaltevermögen und die Sicherheit, dass man viel mehr schaffen kann, als man vielleicht glaubt.
Laufen für die Seele: positive Auswirkungen erwiesen

Übrigens ist die positive Wirkung des Laufens auf die Psyche nicht nur ein Gefühl. Studien zeigen, dass die Bewegung sogar gegen Depressionen und Angstzustände helfen kann. Tatsächlich wirkt Laufen genauso gut oder sogar besser als Medikamente und Gesprächstherapien. Für Betroffene ist es am hilfreichsten, wenn sie in einer Gruppe trainieren.
Auch Alltagsstress lässt sich mithilfe von Ausdauertraining besser bewältigen. Offenbar spielt hier die Muskelkraft eine entscheidende Rolle. Wissenschaftler vermuten, dass das daran liegt, dass sich Menschen mit mehr Muskeln selbstbewusster und kompetenter fühlen und deshalb mit Stress besser umgehen können.
Glückshormone werden ausgeschüttet
Interessant ist, dass intensiver Sport und psychischer Stress im Körper ähnlich wirken. Der Unterschied: Beim Sport schüttet unser Körper Glückshormone wie Serotonin und Endorphine aus. Viele Läufer haben bei längeren Läufen schon mal ein „Runner’s High“ erlebt, bei dem sie euphorisch und glücklich waren, obwohl sie sich gerade sehr anstrengen.
Keine Zeit für Grübelei beim Trailrunning
Vor allem Trailrunning ist effektiv. Denn wenn wir über Stock und Stein laufen, müssen wir sehr aufpassen, wo wir hintreten. Da bleibt keine Zeit für Grübeleien, und Stress verpufft häufig ganz schnell. Die Natur spielt dabei aber sicher auch eine Rolle.
Laufen für die Seele und für mehr Resilienz
Wer regelmäßig trainiert, stärkt ganz nebenbei auch seine Resilienz gegenüber Stress. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, sich wöchentlich 150 bis 300 Minuten moderat oder 75 bis 150 Minuten intensiv zu bewegen und an zwei Tagen noch ein Krafttraining zu absolvieren. Wenn du das aufteilst in zwei bis drei Laufeinheiten pro Woche, tust du enorm viel. Für deinen Körper und für deine Seele.