Als ich zum ersten Mal einen Hoka-Schuh gesehen habe, war ich skeptisch. Diese dicken Sohlen! Kann man damit wirklich gut und sicher laufen? Die Skepsis verschwand schon bei meinem ersten Testlauf mit einem Schuh der Marke. Inzwischen habe ich einige, und einer meiner liebsten für die Straße ist der Clifton 8.
Ein paar Informationen über Hoka One One
Die amerikanische Marke Hoka One One (gesprochen Hoka onee onee) ist gerade dabei, den Laufschuh-Markt zu erobern. Gegründet wurde das Unternehmen, dessen Name aus der Maori-Sprache stammt und soviel wie „schweben“ bedeutet, 2009 im französischen Annecy. Die Mitbegründer Jean-Luc Diard und Nicolas Mermoud liebten das Laufen in den Bergen, aber sie waren mit den Schuhen, die es dafür gab, nicht zufrieden. So begannen sie selbst, Laufschuhe zu entwickeln. Ursprünglich hatten sie vor allem das Ziel, die Zeiten bei Ausdauerläufen zu verbessern. Dafür entwickelten sie einen Schuh, mit dem der Läufer bergab schneller wird.
Auffällig bei Hoka sind die sehr dicken und gebogenen Sohlen, die den Läufer vorantreiben und gleichzeitig gut dämpfen. Trotzdem sind sie sehr leicht. Hinzu kommen Technologien wie der „Meta Rocker“ – eine Art „Schaukelstuhl“, der das Abrollen unterstützt.
Clifton 8: der Klassiker
Aber nun zurück zum Clifton 8. Das Damenmodell des Schuhs ist mit 215 Gramm ein echtes Leichtgewicht. Man bekommt ihn in 13 Farben und in den Passformen normal und weit. Auffällig ist seine hochgezogene Fersenlasche, die das Hineinschlüpfen in den Schuh erleichtert und ein Scheuern an der Achillessehne verhindert.
Eine Sprengung von fünf Millimetern
Das Obermaterial besteht aus atmungsaktivem Netzstoff. Unter der Ferse ist die Sohle stolze 26 Millimeter dick (Sprengung: fünf Millimeter), und der EVA-Schaumstoff der Mittelsohle sorgt für eine sehr gute Dämpfung. Man geht wie auf Wolken! Bei der aktuellen Version des wohl beliebtesten Hoka-Laufschuhs ist das Mittelsohlenmaterial um 15 Prozent leichter geworden. Ein Crash-Pad an der Ferse sorgt zudem für eine weichere Landung. Zudem hat Hoka an besonders verschleißintensiven Bereichen der Außensohle High Abrasion Rubber, ein sehr abriebfestes Gummimaterial, verwendet.
Dynamisches Abrollen dank Meta Rocker
Der schon erwähnte Meta Rocker in der Sohle macht sich bereits bei den ersten Schritten bemerkbar: Das Abrollen ist dynamisch, man hat das Gefühl, nach vorne geschoben zu werden. Auch die Passform ist sehr angenehm. Die Sohle ist etwas breiter als beim Vorgängermodell, was die Stabilität noch einmal verstärkt. Der Fuß sitzt gut und hat viel Stabilität, was vor allem auf etwas unebenen Böden super ist. Gleichzeitig haben die Zehen viel Platz. Läufer mit breiteren Vorfüßen sollten allerdings auf die weite Variante ausweichen.
Angenehmes Fuß-Gefühl
Ich habe den Schuh im Winter gekauft und deshalb vor allem auf langsamen Strecken getragen. Auch nach längeren Strecken haben sich meine Füße nicht beschwert, das Gefühl von Ermüdung oder Unwohlsein gab es nie. Was mir außerdem gefällt, ist der gute Halt auf regennassen Straßen und Wegen.
Idealer Trainingsschuh

Einen ganz langen Lauf habe ich mit den Clifton 8 noch nicht absolviert, aber ich bin sicher, dass sie da eine gute Figur machen. Es gibt schließlich sogar Ultraläufer, die den Schuh lieben. Als „Daily Trainer“ ist er jedenfalls bestens geeignet. Für schnelle Einheiten oder für Wettkämpfe ist aber vielleicht der Mach 4 (Testbericht folgt) eine noch bessere Alternative.
Inzwischen bin ich etwa 200 Kilometer in den Schuhen gelaufen. Den Sohlen sieht man das kaum an, dem restlichen Schuh überhaupt nicht.
Der Clifton 8 ist ein veganer Neutralschuh
Der Clifton 8 (der übrigens zu 100 Prozent vegan ist) ist ein Neutralschuh – spezielle Stabilitätselemente wurden nicht verbaut. Neben Neutralläufern ist er auch für Supinierer bis maximal 85 Kilogramm Körpergewicht und für leichte Überpronierer bis 75 Kilogramm Körpergewicht geeignet. Kaufen kannst du ihn für 140 Euro (Herren- wie Damen-Modell) in guten Laufschuh-Geschäften.