Nie wieder ohne Trailrunningstöcke!
Nie wieder ohne Trailrunningstöcke!

Nie wieder ohne Trailrunningstöcke!

Vor zwei Jahren waren wir bei einem Trailrunning-Wettbewerb und haben das erste Mal richtig steile Anstiege bewältigt. Trailrunningstöcke gehörten damals nicht zur Pflichtausrüstung und wir waren naiv genug, dann auch darauf zu verzichten. Beim Lauf waren wir so ziemlich die einzigen ohne Stöcke, und schon nach einem Kilometer wussten wir, dass unser Verzicht ein Fehler gewesen war. Denn die anderen zogen gemütlich an uns vorbei – die Stöcke leisteten ihnen bei den Anstiegen wertvolle Hilfe. Uns blieb nur das Aufstützen auf den Oberschenkeln. Und der Entschluss, bei Bergläufen ab sofort immer Stöcke zu verwenden.

Trailrunningstöcke als zusätzliche Beine

Tatsächlich sind die zusätzlichen zwei „Beine“ extrem hilfreich. Man kann sich bei Anstiegen an ihnen hochziehen und bei Downhills geben sie zusätzlich Halt und man bremst nicht nur mit den Beinen, sondern kann Arme und Schultern zur Hilfe nehmen. Außerdem entlasten sie die Muskeln und Gelenke der Beine. Das bedeutet: Die Muskeln ermüden nicht so schnell und man kann auch mal längere Zeit schnell laufen. Man muss allerdings wissen, wie man mit ihnen läuft. Und wo man sie befestigt, wenn man sie mal nicht braucht.

Viele Möglichkeiten, die Stöcke zu befestigen

Die zweite Frage lässt sich leicht klären. Es gibt Befestigungsmöglichkeiten an den größeren Laufwesten (meist hinten am Rücken, aber auch vorne neben den Flaschen). Außerdem kann man Köcher an der Weste anbringen, die Stöcke aber auch an Laufgürteln und teilweise sogar an Hosen befestigen. Es lohnt sich, auszuprobieren, womit man am besten zurechtkommt. Für mich (Silke) ist die simple Halterung an meiner Salomon-Laufweste die beste Lösung. Die Stöcke halten gut und baumeln nicht. Am Gürtel dagegen spüre ich den Druck auf der unteren Wirbelsäule. Ein Polster kann hier zwar leicht Abhilfe schaffen, aber ich bin mit meiner Westenlösung sehr zufrieden. Auch wenn ich nach hinten greifen muss, um die Stöcke zu befestigen oder zu lösen, ist das kein Problem – nur ab und zu lockert sich die Befestigung und muss nachgezogen werden.

Die Technik ist schnell gelernt

Laufen mit Trailrunningstöcken
Laufen mit Trailrunningstöcken F.: David Marcu / Unsplash.com

Das mit dem Laufen mit Trailrunningstöcken ist eine kleine Wissenschaft, aber man lernt sie leicht. Wichtig ist, die Stöcke nicht zu dicht am Fuß aufzusetzen, um zu vermeiden, dass man darüber stolpert. Am besten ist es, mit flottem Gehen anzufangen. Die Technik ist dann vergleichbar mit der beim Nordic Walking – immer im Wechsel linker Fuß und rechter Stock vorne, rechter Fuß und linker Stock vorne. So ist das Gehen sehr dynamisch, man kommt wirklich schnell voran, auch wenn man schon viele Kilometer in den Beinen hat.

Mit etwas Übung klappt es auch, die Stöcke im Laufschritt einzusetzen. Die Technik ist im Prinzip die gleiche, man kann aber auch beide Stöcke etwa parallel aufsetzen und sich daran hochziehen – vor allem bei steilen Bergläufen ist das eine gute Methode. Tipp: Ultraläufer Hannes Namberger erklärt die Technik in einem Youtube-Video des Trailmagazins sehr gut – uns hat das als „Trockenübung“ gut geholfen. Später, auf dem Trail, funktioniert es dann ziemlich schnell von ganz allein.

Beim Aufstieg müsst ihr nur darauf achten, nicht mit anderen ins Gehege zu kommen (oder irgendwo mit der Spitze hängenzubleiben). Die Stöcke sind so stabil, dass man sich wirklich auf sie stützen kann.
Bergab ist es am besten, die Stöcke seitlich vor dem Körper aufzusetzen. Direkt vor dem Körper ist keine gute Idee, denn so besteht Stolpergefahr.

Leichtgewichte aus Carbon oder Aluminium

Gute Trailrunningstöcke wiegen nur etwa 150 Gramm pro Stock (fixe Längen sind etwas leichter). Stöcke gibt es aus Carbon (besonders leicht und stabil) oder Aluminium (schwerer, aber meist preiswerter). Ideal ist der Faltmechanismus, durch den die Stöcke super zu transportieren sind. Es dauert nur ein paar Sekunden, um sie auseinander- bzw. wieder zusammenzufalten.

Wichtig sind die Griffe, die aus Kork, Plastik oder Kork bestehen und gut in der Hand liegen sollten. Einige Stöcke haben Handschlaufen, andere ein Handschuh-System – die Handschuhe können in den Griff eingeklickt werden.

Die richtige Länge finden

Noch entscheidender ist es, die richtige Länge zu finden. Faustregel: Körpergröße mal 0,7 = Stocklänge. Wenn Sie den Stock auf den Boden setzen, sollten Ober- und Unterarm etwa einen rechten Winkel bilden (eventuell minimal mehr). Wenn Sie unsicher sind, können Sie sich für längenverstellbare Teleskopstöcke entscheiden.

Trailrunningstöcke für jeden Geldbeutel

Es gibt eine große Auswahl an Trailrunningstöcken, und ebenso unterschiedlich sind die Preise (etwa zwischen 50 und 180 Euro). Bekannte Marken sind: Black Diamond, Leki und Komperdell. Unsere Stöcke sind die Leki Ultratrail FX.One Superlite. Es gibt sie in Rot und Pink und in unterschiedlichen Längen (105 bis 130 cm). Sie wiegen 137 Gramm pro Stock. Die Griffe sind aus Kork, das Rohr aus Carbon. Eine Besonderheit ist das Shark-System, bei dem die Handschuhe in die Griffe eingehängt und mit einem Klick wieder gelöst werden können. Dieses System ermöglicht eine optimale Kraftübertragung. Wir haben sie inzwischen bei zwei kleinen Ultraläufen mit vielen An- und Abstiegen eingesetzt und möchten nicht mehr auf sie verzichten. Mit 175 Euro sind sie kein Schnäppchen, aber die Investition lohnt sich auf jeden Fall.

 

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