Mal ausprobieren: Mindful Running
Mal ausprobieren: Mindful Running

Mal ausprobieren: Mindful Running

Bestimmt hast du schon mal etwas von Mindful Running gehört. Der Begriff mag für manche Ohren ein bisschen esoterisch klingen, aber es liegt gerade ziemlich im Trend. Und das passt, denn es verbindet Achtsamkeit und Laufen. Zwei Dinge, die sich sehr gut ergänzen. Wie funktioniert es, und was bringt es?

Kein Leistungsdruck

Das wichtigste Ziel vieler Läufer ist die Leistung. Sie wollen vor allem immer schneller werden. Dagegen ist natürlich überhaupt nichts einzuwenden. Aber es lohnt sich,  ab und zu mal Mindful Running, das Achtsame Laufen, in deinen Trainingsplan einzubauen. Das fühlt sich komplett anders an als das gewohnte Laufen. Du schulst damit deine Konzentration und kommst zur Ruhee.

Wie funktioniert Mindful Running?

Wenn wir laufen, machen wir uns selten Gedanken über die Bewegung der Beine. Wir setzen einfach einen Fuß vor den anderen.  Nur wenn wir Schmerzen haben, ist das anders, dann spüren wir den entsprechenden Körperbereich. Aber wie wäre es, mal bewusst den ganzen Körper wahrzunehmen? Beim Achtsamen Laufen geht es nämlich darum, sich während der Bewegung auf einzelne Körperteile zu fokussieren. Und darum, wirklich wahrzunehmen, wie es sich anfühlt, den Fuß auf den Boden aufzusetzen. Wie fühlt es sich an, wenn ich den Fuß anschließend wieder anhebe und sich mein Körper nach vorn bewegt? Was tun meine Arme? Wie ruhig geht mein Atem? Wenn du magst, kannst du dich aber auch auf das Geräusch konzentrieren, das deine Füße machen, wenn sie auf den Boden treffen. Auf das Rascheln der Blätter im Wind oder den Gesang der Vögel.

Fokussieren auf „Anker“

Mindful Running
Mindful Running in der Natur Foto: Emma Simpson / Unsplash.com

Nutze das, worauf du deine Konzentration lenkst, als Anker. Und kehre immer wieder dorthin  zurück. Das ist hilfreich, wenn Gedanken auftauchen. Und sie werden auftauchen, das versprechen wir dir. Wenn das geschieht, bewerte sie nicht, sondern nimm sie einfach nur wahr, so wie sie sind. Anschließend lenkst du deine Aufmerksamkeit zurück zu deinen Ankern.

Das mag einfach klingen, aber es ist eine echte Herausforderung, denn unser Geist ist fast immer im Dauereinsatz. Mal kreist er um die Arbeit, mal um den Partner, mal um die Familie oder um stressige Momente. So entsteht oft ein Gedankenkarussell, das sich nur mit viel Mühe bremsen lässt. Hilfreiche Methoden sind hier Achtsamkeit und Meditation. Mindful Running ist nichts anderes als Meditation in Bewegung. Tatsächlich fällt es vielen Menschen während des Laufens leichter, Gedanken loszulassen.

Was bringt mir das achtsame Laufen?

Es braucht etwas Geduld und einige achtsame Läufe, bis man den Bogen raus hat. Dann aber tut sich bei vielen Menschen etwas. Sie erzählen, dass sie sich besser konzentrieren können, sie ein besseres Körpergefühl haben und sich Anspannungen bei ihnen leichter lösen. Außerdem fühlen sie sich gelassener, weil sie mehr im Hier und Jetzt sind. Das senkt nicht nur das Stressgefühl, sondern senkt auch das Verletzungsrisiko, weil man bei sich ist und deshalb darauf achtet, wie man die Füße aufsetzt. Läufer, die es ausprobiert haben, erzählen außerdem, dass sie achtsamer mit sich und ihren Ressourcen umgehen. Und so erstaunlich es klingt: Mindful Running kann sogar die Laufleistung verbessern. Man achtet einfach mehr auf die Bewegungsabläufe.

Ausprobieren lohnt sich

Möchtest du es mal ausprobieren? Laufe einfach los, so wie bisher auch. Aber lenke deine Aufmerksamkeit auf deine Anker: Nimm wahr, wie du dich fühlst – spüre den Wind auf der Haut, das Rauschen der Blätter… Was kann ich hören, sehen, fühlen, riechen? Wie fließt der Atem, wie klingt es, wenn die Schuhe den Boden berühren..? Vielen Menschen fällt es am Anfang leichter, wenn sie sich auf einen Körperbereich oder Geräusche in der Natur konzentrieren. Ärgere dich nicht über Gedanken, die kommen, sondern lenke die Aufmerksamkeit einfach sanft zurück zu deinen Ankern.

Zwei Tipps: Verzichte beim Laufen auf Musik, damit du dich nicht ablenken lässt. Und lass zumindest bei den ersten achtsamen Läufen auch mal die Fitness-Uhr zuhause. Laufe einfach nach Körpergefühl. Das mag sich seltsam anfühlen, aber selbst Profi-Läufer machen das gelegentlich, und viele genießen das sehr. Vielleicht stellst du fest, dass dein Kopf viel freier ist und du dein Tempo trotzdem ganz richtig einschätzt.

Mindful Running beginnt nicht erst beim Training

Übrigens fängt das Mindful Running nicht erst beim Loslaufen an. Schon vor dem Training kannst du mit der Achtsamkeit beginnen. Das ist hilfreich, um dich auf die anfangs ungewohnte Art des Laufens einzustellen. Zieh deine Laufschuhe ganz bewusst an und lass dir Zeit dabei. Wenn du das Haus verlässt, nimm die Temperatur wahr.  Konzentriere dich auf deine Umgebung  – auf die Bäume, die Häuser, Plätze und den Weg, den du laufen willst… Atme einige Male tief ein und aus. So signalisierst du deinem Körper und deinem Geist, dass dieser Lauf etwas anders wird als die bisherigen. Mindful Running eben…

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