Wo soll ich laufen – Trail oder Straße?
Wo soll ich laufen – Trail oder Straße?

Wo soll ich laufen – Trail oder Straße?

Ich (Silke) bin auf dem Land aufgewachsen und als Kind natürlich immer in der Natur gelaufen. Es gab breite Forstwege und schmale Singletrails (auch wenn ich diesen Begriff damals noch nicht kannte), manchmal ging es auch einfach querfeldein. Die Frage „Trail oder Straße?“ stellte sich damals also nicht.

Die Großstadt machte mich zur Straßenläuferin

Nach dem Abi änderte sich das – ich zog nach Berlin. Die große Stadt ist grün und hat viele Parks, aber sie liegen nicht immer direkt vor der Haustür. Was mich zur Straßenläuferin gemacht hat. So oft es ging, bezog ich einen Park mit in die Laufstrecke ein. Aber wirkliche Trails gibt es in den Parks nicht, dafür muss man schon in den Wald.

Trail oder Straße – die Unterschiede

Was sind die Unterschiede zwischen Trail und Straße (abgesehen von der Umgebung)? Welche Eigenschaften brauchen Laufschuhe, die eher im Wald bzw. auf Asphalt getragen werden?

Der Straßenlauf

Was spricht dafür? Viele Frauen bevorzugen den Straßenlauf, weil sie sich zwischen Häusern sicherer fühlen als im Wald. Ein weiterer Vorteil ist, dass du deine Strecke vorher ziemlich genau festlegen kannst, was dich vorm Verlaufen schützt. Und du hast die Möglichkeit, notfalls mit Bus oder U-Bahn zurückzufahren, wenn dir die Strecke mal zu lang wird. Viele Menschen nutzen den zudem inzwischen ihren Arbeitsweg zum Laufen – entsprechende „Commuter-Laufrucksäcke“ machen es möglich.

Die Schuhe: Weil der Untergrund hart ist, brauchst du Schuhe, die gut gedämpft sind und den Aufprall abfangen. Ein tiefes Profil ist hier nicht nötig. Unterschieden wird zwischen Stabil-, Dämpfungs- und Neutralschuhen, bei denen die Dämpfung zwischen mittel und sehr hoch ist.

Eigens für Wettkämpfe konzipiert sind Lightweight Trainer, die besonders leicht und wenig gedämpft sind. Die meisten Straßen-Laufschuhe haben eine Sprengung (das ist der Niveau-Unterschied zwischen Zehen- und Fersenbereich) von vier bis neun Millimetern. Stärker gedämpfte Schuhe können aber auch eine Sprengung von mehr als neun Millimetern haben.

Der Traillauf

Trail oder Straße? Schön, wenn man die Wahl hat!
Trail oder Straße? Schön, wenn man die Wahl hat! Foto: Alessio Soggetti/Unsplash.com

Was spricht dafür? Ein großer Vorteil ist hier, dass dich die Landschaft und die unterschiedlichen Bodenbeschaffenheit so ablenken, dass du die Anstrengung nicht so stark spürst. Die Luft ist deutlich besser und wenn du im Wald läufst, kannst du dich im Sommer über ein paar Grad weniger freuen.

Die Schuhe: Der Untergrund ist uneben, und da ist es wichtig, dass deine Laufschuhe dir Stabilität geben. Sie sollen dich davor schützen, umzuknicken. Außerdem müssen ihre Sohlen so gestaltet sein, dass du immer gut Halt findest. Sie brauchen eine gute Bodenhaftung. Vor allem auf rutschigem Umtergrund ist ein guter Grip wichtig. Je gröber die Beschaffenheit des Weges ist, desto stärker profiliert sollten die Schuhe sein.

Wichtig: Trailschuhe mit solchem Profil sind für Asphalt nicht geeignet, denn die Sohle reibt sich dort stark ab. Die Dämpfung ist bei Trailschuhen aufgrund des weicheren Untergrundes meist geringer als bei den Straßenmodellen, es geht darum, einen direkten Kontakt zum Boden zu fühlen. Aber auch hier gibt es Unterschiede – je nach Vorliebe. Viele Trailschuhe haben zudem eine Rock Plate, eine Platte in der Sohle, die davor schützt, dass sich Steinchen hindurchbohren.

Auch beim Obermaterial unterscheiden sich Trail- von Straßenlaufschuhen. Während die Straßen-Variante vor allem aus leichtem Mesh besteht, wird für die Trails eher ein strapazierfähigerer, atmungsaktiver Stoff eingesetzt. Es gibt auch wasserdichte Modelle. Die Schnürung ist oft ebenfalls anders – oft gibt es Fächer, in die die Schnürsenkel-Enden geschoben werden können. So wird verhindert, dass du irgendwo hängenbleibst.

Viele Straßenlaufschuhe sind auch für ebene Waldwege geeignet. Es gibt auch Hybrid-Modelle, mit denen du auf der Straße, aber auch auf unebenem Untergrund laufen kannst. Sie sind ideal, wenn du ein Stück vom Wald oder Park entfernt wohnst und ein Stück auf Asphalt laufen musst. Diese Schuhe verbinden den guten Grip einer profilierten Außensohle mit einer weichen Dämpfung in der Mittelsohle. Lass dich im Sportgeschäft deines Vertrauens beraten, wenn du solche Schuhe kaufen möchtest.

Trail oder Straße? Es kommt darauf an…

Wenn du überwiegend auf festen Böden in Parks läufst, bist du mit einem Straßenlaufschuh gut bedient. Das gilt auch für ebene Waldwege. Aber bei unebenen, steinigen, überwurzelten oder matschigen Pfaden ist ein Trailschuh die bessere Wahl.

Bei mir ist es inzwischen so: Ich entscheide spontan, ob ich Trail oder Straße laufen will. Denn ich liebe beides. Aber ich nutze auch in der Großstadt jede Möglichkeit, im Wald zu laufen. Im Grunewald gibt es herrliche Strecken mit schmalen Wegen und durchaus auch anspruchsvollen Bergbereichen. Perfekt für Trailschuhe. Aber auch meine Hausstrecke, die durch einige Parks, sonst aber entlang wenig befahrener Straßen verläuft, ist mir ans Herz gewachsen. Deshalb habe ich Schuhe für beide Gelegenheiten im Schrank. Und auch ein Paar für „richtige“ Berge. Es soll mich motivieren, irgendwann einen alpinen Weg zu laufen. Weit, hoch und unvergesslich.

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